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| Allgemeines | | | | 21.11.2003 13:47:31 | | Kreis will in nächsten vier Jahren 70 Stellen abbauen | Der erste deutsche SARS-Fall, Massenentlassungen und Insolvenzen: Das erste Jahr als Landrat empfand Dr. Arnim Brux manchmal als "Härtetest", sagte er beim Jahrespressegespräch in Schwelm. Die "größte Katastrophe" sei aber der Haushalt: Der Kreis rechnet für 2004 mit einem Minus von elf Millionen statt der erwarteten neun Millionen Euro.
In diesem Jahr schließe der Haushalt des Ennepe-Ruhr-Kreises mit einem Defizit von 12,9 Millionen Euro. Die jüngsten Zahlen des Landesamts für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) prognostizieren keine Entspannung. Im Gegenteil: Das Defizit liege im nächsten Jahr bei 10,5 bis 11 Millionen Euro - 1,9 Millionen Euro mehr als im Haushaltssicherungskonzept geschätzt.
Deshalb müsse der Kreis bei den Sach- und Personalkosten weiter sparen: "Obwohl wir schon die zweitschlankeste Verwaltung innerhalb der Kreise haben, werden wir zehn Prozent des Personals, also rund 70 Verwaltungsstellen, in den nächsten vier Jahren abbauen", so Brux. Es gebe auch keine Alternative, als den Hebesatz von 38,4 auf 38,8 Prozent anzuheben. Diese Erhöhung der Kreisumlage hätte der Kreistag ja schon im März bei der Verabschiedung des Haushaltssicherungskonzeptes vorgesehen, so der Landrat in seinem Jahresresümee.
Um die engen Handlungsspielräume zu nutzen, gelte es "weiterhin kreativ zu sein und Ideen zu entwickeln", so der Landrat. Kreis und Städte arbeiteten erfolgreich an interkommunalen Konzepten, um Geld zu sparen. Als Beispiel führte Brux den Bau des Kreisfeuerwehrzentrums in Gevelsberg an, das Kreis und Städte gemeinsam planen und umsetzen würden. Diese Synergien sollten auch später genutzt werden, zum Beispiel durch die gemeinsame Nutzung von Funk-, Kommunikationseinrichtungen und Fahrzeugen.
Brux freute sich, dass trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage schon zwei Millionen Euro Fördermittel für den Ausbau des Ruhrtals als Freizeit- und Tourismusschwerpunkt bewilligt worden seien und dass in die Schulen des Kreises investiert werden konnte. Allein an den drei Kollegschulen seien knapp 4,5 Millionen Euro aus Kreis- und EU-Fördermitteln investiert worden, die Gesamtschule Sprockhövel habe sich über 2,34 Millionen Euro aus Kreismitteln freuen können.
Für die Hilfe zur Arbeit wurden 2002 insgesamt sechs Millionen Euro investiert. Der größte Teil sei in arbeitsmarktpolitische Projekte geflossen. Aber auch in der Kultur- und Sportförderung, im Wohnungsbau und bei der Tourismusförderung hätte es Erfolge gegeben, so Brux.
20.11.2003
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